Guten Mooorgen.

Ich wache auf von einem Geräusch. Mehreren, absichtlichen Geräuschen.

Das Rattern ist keine Maschine, es ist mein Freund. Es ist vier Uhr früh und mein Heißgeliebter rappt laut. Verflucht sei der Nachtschichten-Biorhythmus. Der Rhythmus verfälscht meinen eigenen. Wer es schafft, seinen Ruhepuls trotz schimpfendem Conscious-Rap aus der Küche aufrecht zu erhalten, Kudos.  Ich überlege, ob ich zu müde bin um aufzustehen und ihm zu sagen, dass er zu laut ist. Dann bemerke ich, dass ich vollständig angezogen bin und mein Baby eine völlig durchnässte Stoffwindel trägt. Ich muss also definitiv aufstehen. Ich lege mir im Kopf schlagfertige wüste Beschimpfungen zurecht. Dann tapse ich in die Küche. Er bricht seinen Wortschwall ab und lächelt mich strahlend an. „Hübsches Oberteil!“ Ich will etwas erwidern, aber meine Zunge klebt am Gaumen fest. Ich trinke einen Schluck Wasser. Aus einem sauberen Glas. Die Küche funkelt. Ich bin fasziniert. Den ganzen Tag habe ich es gerade mal geschafft, mir etwas zu essen zu kochen. Und er kommt von der Arbeit, wickelt seine Tochter, putzt die Küche und schreibt dann noch mal eben ’nen Song. Meine Tirade schrumpft auf ein „Schatz, kannst du das nächste mal die Zwischentür zu machen?“ zusammen. Er streichelt meine abstehenden Haare. „Ich komm auch gleich schlafen.“ Haaach. Was wollte ich nochmal?

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